Verändere ich mich, so folgt meiner Bewegung das mich umgebende Feld.

Eine ICH- Entwicklung verläuft in vier Hauptphasen: ICH - ICH BIN - ICH BIN ICH - SEIN

Nach der Geburt oder nach der Stillzeit, was dem Ende der Symbiose zur Mutter entspricht, erleben wir eine erste Eigenständigkeit – ein ICH, dass zuerst durch Trennung bewusst wird.

Die zweite Phase, das ICH BIN, die Daseinsberechtigung des eigenen ICH. Unabhängig davon, ob wir ein Wunschkind sind oder nicht, wir sind da. Es ist das Ankommen im eigenen Leben, in seinem ersten Umfeld, in der Familie – wie immer das sich gestaltet. Und wir beginnen zu entdecken, wer und was wir sind, Talente, Charakter, Wesen…

In der dritten Phase, dem ICH BIN ICH erleben wir, dass andere Menschen anders handeln als wir. Sie treffen Entscheidungen, die uns nicht immer Wohlwollen. Wir spüren Abgrenzungen, erfahren Pluralitäten, Trennungen und Solidarbündnisse. Wir entwickeln eigene Werte und hinterfragen die Wertvorstellungen des Umfeldes.

Die vierte Phase ist geprägt vom SEIN. Wir erlernen, dass der andere Mensch so sein darf wie er ist, dass wir so sein dürfen, wie wir sind. Dass Verantwortung für das eigene Handeln Sein ermöglicht. Und wir beginnen zu begreifen, wie wichtig es ist, immer wieder alles sein zu lassen und nichts zu tun.  

Übernimmt ein Mensch in dieser Entwicklung die Verantwortung für einen anderen Menschen, wird er seine ICH-Entwicklung blockieren und sich der Aufgabe zuwenden. So entstehen Entwicklungsdefizite, die die Weiterentwicklung einschränken und eine ICH- Kompetenz verhindern. „Gut gemeint“, nennt der Volksmund das, was sich selbst nicht gut getan hat.